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Deutschland in und mit Europa

Deutschland in Europa

Europa steckt gegenwärtig in einer tiefen Krise. Dachte ich bis vor kurzem noch, dass die "Baustelle Europa" laut und konstruktiv sein könnte, so stelle ich heute fest, dass unsere Europäische Wertegemeinschaft von gefährlichen Rissen und Fliehkräften durchzogen wird. Europa ist gefangen inmitten einer postfaktischen Welt, in der Rechtspopulisten viel zu viel Auftrieb bekommen. Die Zivilgesellschaft kommt nicht damit hinter her, das mit ihren eigenen Händen wieder aufzubauen, was andere einreißen. Ich meine, dass wir viele der gesellschaftlichen Probleme in Deutschland und Europa nur gemeinsam und nicht mit nationaler Abschottung und Handelsbarrieren lösen können: die Flüchtlingsfrage, der islamistische Terrorismus, Antworten auf die Risiken der Globalisierung, die globale Erderwärmung, Forschung, Innovation, Fortschritt, technische Entwicklung, Digitalisierung, Arbeit 4.0 etc. Dazu bedarf es kein Europa der verschiedenen Geschwindigkeit, sondern ein Europa, dass Einigkeit darüber besitzt, in welcher Verfasstheit es nach innen wie nach außen sein soll.

Eigenverantwortung und Gestaltbarkeit des Lebens

Ich als noch junger Europäer glaube an die europäische Idee, ich bemerke selbst, welche Generationen nach uns, nach mir, heranwachsen, jene, denen ich in Kreisau begegne, motiviert, Europäer im Kopf und im Herzen. Diese Leute sind in einem Kontinent ohne Grenzen aufgewachsen, sie kennen es nicht anders. Deren Selbstverständnis und Identität ist, unabhängig davon, ob sie aus Polen, der Ukraine, Frankreich oder Kroatien kommen, europäisch. Und um Europa weiter zu denken, brauchen wir eine starke SPD, in Deutschland, aber auch in den EU-Institutionen. Ich setze auf Eigenverantwortung und Gestaltbarkeit des Lebens eines jeden Menschen in einer solidarischen Gemeinschaft. Wir dürfen das Feld nicht den Rechtspopulisten oder den Rechtsextremisten überlassen. Wir müssen tagein und tagaus für unsere Werte und unserer Vorstellung einer gerechten Gesellschaft kämpfen. Und dafür müssen wir hier im Vogtland anfangen. Im Vogtland der vier Länder Sachsen, Bayern, Thüringen und Tschechien. In einer Grenzregion zu wohnen heißt auch Verständigung, Austausch und Kooperation. Ein Europa ohne Grenzen ist für mich keine Selbstverständlichkeit. Zu frisch sind die Erzählungen meiner Eltern, bis 1989/1990 hinter einer Mauer gelebt zu haben. Eine Erfahrung, die viele von Ihnen persönlich miterlebt haben und die prägend für Ihre Biographien war. Für die damals errungene Freiheit müssen wir auch heute weiter kämpfen, Europa muss wieder zu einem Anker der Stabilität für seine Völker werden!